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Heizung andrehen

Heizperiode 2026: Ab wann musst du heizen?

Sobald die Tage kürzer und die Nächte kühler werden, stellt sich in vielen Haushalten die gleiche Frage: Ab wann sollte ich eigentlich heizen? Zu früh geheizt, steigen die Heizkosten unnötig. Zu spät geheizt, drohen kalte Räume, feuchte Wände und im schlimmsten Fall Schimmel.

Eine pauschale gesetzliche Heizpflicht mit einem festen Datum gibt es in Deutschland nicht. Trotzdem haben sich über die Jahre klare Richtwerte etabliert, an denen sich sowohl Eigentümer als auch Mieter orientieren können. In diesem Blogbeitrag erfährst du, wann die Heizperiode üblicherweise beginnt, ab welcher Temperatur sich das Heizen lohnt und welche Rechte und Pflichten Mieter und Vermieter dabei haben.

Das Wichtigste zuerst

  • Eine feste gesetzliche Heizperiode gibt es in Deutschland nicht, in der Praxis hat sich aber der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April etabliert.
  • Viele Mietverträge legen diesen oder einen ähnlichen Zeitraum konkret fest, etwa vom 15. September bis zum 15. Mai.
  • Ab wann geheizt werden sollte, hängt weniger vom Kalenderdatum als von der Außentemperatur und dem Dämmzustand des Gebäudes ab.
  • Als grobe Orientierung gilt: Sinkt die Raumtemperatur tagsüber dauerhaft unter 20 Grad Celsius, ist es Zeit, die Heizung wieder in Betrieb zu nehmen.
  • Innerhalb der Heizperiode müssen Vermieter tagsüber eine Raumtemperatur von rund 20 bis 22 Grad und nachts mindestens 18 Grad ermöglichen.
  • Mit smarter Heizungssteuerung lässt sich der Heizstart automatisieren, sodass du weder zu früh noch zu spät heizt.

Gibt es eine gesetzliche Heizpflicht?

In Deutschland gibt es keine bundesweite gesetzliche Regelung, die exakt festlegt, ab welchem Datum geheizt werden muss. Weder das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) noch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) definieren eine feste Heizperiode. Was es jedoch gibt, sind zahlreiche Gerichtsurteile, die sich im Streitfall zwischen Mietern und Vermietern als Orientierung etabliert haben.

Daraus hat sich in der Praxis ein üblicher Zeitraum ergeben, der als Heizperiode bezeichnet wird und in vielen Mietverträgen ausdrücklich genannt ist. Als Eigentümer, der selbst im Haus wohnt, bist du an keinen dieser Zeiträume gebunden. Du kannst grundsätzlich heizen, wann immer dir danach ist, unabhängig vom Kalenderdatum.

Wann beginnt die Heizperiode?

Als übliche Heizperiode gilt in Deutschland der Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 30. April. Diese Zeitspanne wird häufig auch in Mietverträgen als vertraglich vereinbarter Heiz-Zeitraum übernommen. Je nach Vertrag kann der Zeitraum aber auch abweichen, zum Beispiel vom 15. September bis zum 15. Mai.

Wichtig zu wissen: Auch dieser Zeitraum ist kein starres Datum, sondern eine Orientierung. Bleibt es im Herbst länger mild, muss trotz laufender Heizperiode nicht sofort geheizt werden. Umgekehrt kann es auch außerhalb der klassischen Heizperiode, etwa an einem kühlen Augustabend oder im verregneten Mai, notwendig sein, kurzzeitig zu heizen.

Ab welcher Temperatur sollte ich heizen?

Entscheidender als das Datum ist die tatsächliche Temperatur, sowohl draußen als auch in der Wohnung. Zwei Faktoren spielen dabei die Hauptrolle: der energetische Zustand deines Gebäudes und deine persönliche Wohlfühltemperatur.

Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto länger hält sich die gespeicherte Wärme und desto später musst du die Heizung überhaupt erst anschalten. Die folgende Tabelle gibt dir eine grobe Orientierung, ab welcher Außentemperatur sich das Heizen je nach Baujahr und Dämmstandard typischerweise lohnt.

Gebäudetyp Ungefähre Außentemperatur zum Heizstart
Unsanierter Altbau (vor 1977) ab ca. 15 bis 17 °C
Baujahr 1977 bis 1995 ab ca. 14 bis 16 °C
Baujahr ab 1995 (nach WSchV/EnEV) ab ca. 12 bis 15 °C
Niedrigenergiehaus ab ca. 11 bis 14 °C
Passivhaus oft erst ab ca. 11 °C oder darunter

Als einfache Faustregel für den Alltag gilt zusätzlich: Sinkt die Raumtemperatur spürbar unter 20 bis 22 Grad Celsius, ist es Zeit, die Heizung wieder hochzufahren. Nachts darf die Temperatur zwar etwas abgesenkt werden, sollte aber in der Regel nicht dauerhaft unter 18 Grad Celsius fallen.

Heizen in der Übergangszeit

Besonders im Frühjahr und im Herbst, der sogenannten Übergangszeit, ist die Entscheidung „Heizung an oder aus?“ oft schwierig. Tagsüber wärmt die Sonne die Räume noch angenehm auf, nachts fallen die Temperaturen dagegen bereits deutlich ab.

Ein häufiges Problem in dieser Phase ist das sogenannte Takten: Die Heizung springt wegen der schwankenden Temperaturen ständig kurz an und wieder aus. Das senkt die Effizienz der Anlage und erhöht unnötig den Verbrauch. Mit einer smarten, witterungsgeführten Heizungsregelung oder einer sinnvoll eingestellten Heizkurve lässt sich dieses Takten deutlich reduzieren, da die Heizung dann kontinuierlicher und bedarfsgerechter arbeitet.

Heizperiode und Mietrecht: Rechte und Pflichten

Für Eigentümer, die selbst in ihrem Zuhause wohnen, ist die Heizperiode vor allem eine Frage des persönlichen Komforts. Anders sieht es aus, wenn Wohnraum vermietet wird, denn hier greifen zusätzliche Fürsorgepflichten des Vermieters.

Innerhalb der vereinbarten Heizperiode muss der Vermieter sicherstellen, dass in den Wohnräumen tagsüber eine Temperatur von 20 bis 22 Grad Celsius erreicht werden kann. Nachts darf die Heizung heruntergefahren werden, die Temperatur sollte dabei aber 18 Grad Celsius nicht unterschreiten.

Diese Pflicht endet nicht automatisch mit dem Ende der Heizperiode. Fällt die Außentemperatur außerhalb des vereinbarten Zeitraums an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen deutlich ab oder sinkt die Innentemperatur unter die genannten Werte, muss der Vermieter auch dann für eine funktionierende Heizung sorgen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann unter bestimmten Voraussetzungen nach § 536 BGB eine Mietminderung infrage kommen. Eine gesetzlich festgelegte Höhe gibt es dafür jedoch nicht, hier dienen vergangene Gerichtsurteile lediglich als Orientierung.

Auch Mieter haben eine gewisse Sorgfaltspflicht: Wer über längere Zeit gar nicht heizt und dadurch Schäden wie Schimmelbildung verursacht, kann dafür unter Umständen selbst haftbar gemacht werden.

Warum du nicht zu spät heizen solltest

Auf die Heizung zu verzichten, um Energie zu sparen, ist grundsätzlich nachvollziehbar, kann aber schnell nach hinten losgehen. Kühlen Räume zu stark aus, steigt die relative Luftfeuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit schlägt sich an kühlen Oberflächen wie Außenwänden, Fensterrahmen oder Möbelrückseiten nieder und bildet einen idealen Nährboden für Schimmelpilze.

Besonders kritisch wird es in ungenutzten Räumen wie Gästezimmern oder Kellerräumen mit Wasserleitungen. Fällt die Temperatur hier unter den Gefrierpunkt, drohen im schlimmsten Fall geplatzte Rohre und ein teurer Wasserschaden. Deshalb gilt: Auch selten genutzte Räume sollten in der kalten Jahreszeit nicht komplett auskühlen.

Mit Smart-Home-Technik den richtigen Heizzeitpunkt automatisieren

Die Entscheidung, wann genau geheizt werden sollte, musst du nicht jeden Tag selbst treffen. Mit smarter Heizungssteuerung lässt sich der Heizbeginn an die tatsächliche Temperatur statt an ein festes Datum koppeln. Smarte Heizkörperthermostate regeln jeden Raum einzeln nach der eingestellten Wunschtemperatur, unabhängig davon, ob die Heizperiode laut Kalender schon begonnen hat oder nicht. In Kombination mit einer Smart-Home-Zentrale lassen sich zusätzlich Zeitpläne, Anwesenheitserkennung oder sogar Wetterdaten einbinden. So schaltet die Heizung automatisch hoch, sobald die Innentemperatur einen festgelegten Wert unterschreitet, und wieder herunter, wenn es draußen milder wird.

Das reduziert nicht nur das lästige manuelle Nachregeln in der Übergangszeit, sondern hilft auch, das eingangs beschriebene Takten der Heizung zu vermeiden. Wer noch unsicher ist, welches System am besten zum eigenen Zuhause passt, findet einen Überblick in unserem Smart-Home-Systemvergleich.

Fazit: Ab wann du heizen solltest

Es gibt kein gesetzlich festgelegtes Datum, ab dem geheizt werden muss. Als grobe Orientierung dient die übliche Heizperiode vom 1. Oktober bis zum 30. April, die auch in vielen Mietverträgen so festgehalten ist. Entscheidender als das Kalenderdatum ist jedoch die tatsächliche Temperatur: Sobald die Raumtemperatur spürbar unter 20 Grad Celsius fällt, lohnt es sich, die Heizung wieder in Betrieb zu nehmen, unabhängig davon, ob gerade September oder bereits Dezember ist.

Wer Wohnraum vermietet, sollte zusätzlich die mietrechtlichen Mindestanforderungen von 20 bis 22 Grad tagsüber und mindestens 18 Grad nachts im Blick behalten. Und wer sich das ständige Nachjustieren erleichtern möchte, kann mit smarter Heizungssteuerung dafür sorgen, dass die Heizung automatisch genau dann anspringt, wenn es wirklich nötig ist. 

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FAQ zum richtigen Heizstart

Ab wann sollte ich die Heizung nach dem Winter wieder abstellen?

Ähnlich wie beim Heizstart gibt es auch für das Heizungsende kein festes Datum. Sobald die Außentemperatur tagsüber dauerhaft über den genannten Richtwerten liegt und die Räume auch ohne Heizung warm bleiben, kannst du die Anlage in den Sommerbetrieb schalten. Viele moderne Heizungen stellen dann automatisch nur noch Warmwasser bereit.

Was ist eine Nachtabsenkung und lohnt sie sich?

Bei der Nachtabsenkung wird die Heizung nachts automatisch auf eine niedrigere Temperatur eingestellt, meist um 2 bis 4 Grad. Das spart Energie, sollte aber nicht zu stark ausfallen, da sonst am Morgen mehr Energie für das erneute Aufheizen nötig ist und Wände auskühlen können.

Muss ich im Urlaub weiterheizen?

Auch während einer Abwesenheit sollten Wohnräume nicht komplett auskühlen, um Feuchtigkeitsschäden und Schimmel zu vermeiden. Viele Heizungen und Thermostate bieten dafür ein spezielles Urlaubs- oder Ferienprogramm, das die Temperatur automatisch auf ein energiesparendes, aber sicheres Niveau absenkt.

Wie wirkt sich die Art der Heizung auf den richtigen Heizzeitpunkt aus?

Träge Systeme wie eine Fußbodenheizung reagieren deutlich langsamer auf Temperaturänderungen als klassische Heizkörper. Hier lohnt es sich, schon etwas früher mit dem Heizen zu beginnen, damit die gewünschte Raumtemperatur rechtzeitig erreicht wird, statt erst bei bereits spürbar kühlen Räumen zu reagieren.

Sollte ich beim Lüften die Heizung ausschalten?

Ja. Während des Stoßlüftens sollten Thermostate kurz heruntergedreht oder ausgeschaltet werden, damit die Heizung nicht unnötig gegen die einströmende kalte Luft ankämpft. Nach dem Lüften kann die Heizung wieder normal weiterlaufen.

Beeinflusst die Ausrichtung meiner Wohnung, wann ich heizen muss?

Ja. Nach Süden ausgerichtete Räume profitieren oft länger von der Sonneneinstrahlung und müssen später beheizt werden als nach Norden ausgerichtete oder verschattete Räume, die schneller auskühlen.

Hilft ein hydraulischer Abgleich dabei, früher oder später heizen zu müssen?

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Das verbessert die Effizienz der Anlage insgesamt, wodurch Räume schneller die gewünschte Temperatur erreichen und die Heizung insgesamt bedarfsgerechter arbeiten kann.

Wie erkenne ich, dass mein Haus schlecht gedämmt ist und früher geheizt werden muss?

Typische Anzeichen sind kalte Wandoberflächen trotz laufender Heizung, spürbare Zugluft an Fenstern und Türen sowie ein deutlich höherer Heizbedarf im Vergleich zu Nachbargebäuden ähnlicher Größe. In solchen Fällen kann sich eine energetische Sanierung langfristig lohnen.

Muss der Vermieter auch außerhalb der Heizperiode heizen?

Ja, sofern es notwendig ist. Fallen die Innentemperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen unter etwa 18 Grad Celsius, muss der Vermieter unabhängig vom Kalenderdatum für eine funktionierende Heizung sorgen.

Wie kann ich in der Übergangszeit Heizkosten sparen, ohne zu frieren?

Eine gute Orientierung bietet die Raumtemperatur statt das Kalenderdatum: Sinkt sie spürbar unter 20 bis 22 Grad Celsius, lohnt sich kurzes Heizen. Mit smarten Thermostaten lässt sich dieser Punkt automatisch erkennen, sodass die Heizung nur dann läuft, wenn es tatsächlich nötig ist.

Was passiert, wenn ich zu wenig heize?

Zu kalte, ausgekühlte Räume begünstigen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, die sich an Wänden und Fensterrahmen niederschlagen und Schimmelbildung fördern kann. In Räumen mit Wasserleitungen drohen bei Frost zusätzlich geplatzte Rohre.

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