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Planung einer Photovoltaikanlage: So klappt es mit der Stromernte

Die Integration von Photovoltaikanlagen in den Alltag hat sich als eine vielversprechende Möglichkeit zur Stromerzeugung aus Sonnenlicht erwiesen. Wir verraten, wie diese Anlagen funktionieren und welche entscheidenden Aspekte bei der Planung und Installation zu berücksichtigen sind.

Erlaubnis zur Installation einer Photovoltaik-Anlage

Die Installation einer Photovoltaikanlage kann von Privatpersonen sowie Unternehmen vorgenommen werden, wobei jedoch diverse Faktoren zu berücksichtigen sind – abhängig von den spezifischen Wohnverhältnissen.

Während Inhaber von Ein- oder Zweifamilienhäusern in der Regel eigenständig über die Installation entscheiden können, bedarf es bei Eigentums- oder Mietwohnungen der Zustimmung der (Mit-)Eigentümer oder Vermieter (ausgenommen davon sind Balkonkraftwerke). Zusätzlich können Denkmalschutzbestimmungen eine Hürde für die Errichtung solcher Anlagen darstellen. Zudem müssen Solaranlagen, die an oder auf Gebäuden angebracht werden, zusätzliche Anforderungen erfüllen – sowohl technischer als auch rechtlicher Natur.

Auch wenn man die Solarmodule theoretisch eigenhändig auf dem Dach anbringen könnte, sollte man wissen, dass dies im Garantiefall zu Problemen mit den Herstellern führen könnte. Eine fachgerechte Montage ist für viele Hersteller eine grundlegende Voraussetzung , um die langfristigen Garantien zu gewährleisten. Des Weiteren muss der Anschluss an die Hauselektrik und ans Stromnetz stets von einem zertifizierten Elektrofachbetrieb durchgeführt werden.

Unter welchen Bedingungen ist eine Photovoltaik-Anlage sinnvoll?

Ob eine Photovoltaik-Anlage geeignet ist, hängt von den individuellen Zielen ab. Möchte man einfach umweltbewusst handeln, ist unsere Antwort ein klares Ja.

Aber auch rein wirtschaftlich betrachtet, lohnen sich Photovoltaik-Anlagen in der Regel. Heutzutage ist es üblich, einen Teil des Solarstroms vom Dach selbst zu nutzen. Daher ist der eigene Stromverbrauch im Haushalt ein entscheidender Faktor. Eine Solaranlage rentiert sich umso schneller, je mehr Solarstrom direkt selbst verbraucht wird. Denn für den selbst erzeugten Strom vom Dach zahlt man deutlich weniger als für Netzstrom. Etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs können mit einer typischen PV-Anlage direkt selbst genutzt werden. Mit einem Batteriespeicher kann der Anteil auf etwa 70 Prozent erhöht werden. Und ganz nebenbei steigert man damit seine Autarkie, also die Unabhängigkeit vom Stromversorger.

Stromspeicher für die PV-Anlage entdecken

Den nicht selbst verbrauchten Strom der PV-Anlage kann ins öffentliche Netz eingespeist werden. Dafür gibt es eine Einspeisevergütung, die ebenfalls zur Rentabilität der Anlage beiträgt. Die Vergütungssätze sind je nach Datum der Inbetriebnahme, Photovoltaik-Leistung und Art der Einspeisung unterschiedlich hoch. Nach Beantragung gelten sie 20 Jahre lang. Vom 1. August 2025 bis 31. Januar 2026 beträgt die Einspeisevergütung 7,86 Cent/kWh für eine Teileinspeisung und 12,47 ct/kWh für die Volleinspeisung von Solarstrom bei PV-Anlagen bis 10 Kilowattpeak (kWp). Bei PV-Anlagen über 10 kWp ist es weniger.

Hinweis: Die EEG-Vergütung ändert sich regelmäßig, daher ist es wichtig, die aktuellen Sätze direkt bei der Bundesnetzagentur oder über entsprechende Portale zu prüfen.

Was spricht für die Installation einer Photovoltaik-Anlage?

Eine essenzielle Voraussetzung ist eine ungestörte Dachfläche ohne Beschattung mit einer stabilen Dachabdeckung, frei von Asbest. Die Ausrichtung der Fläche und die direkte Sonneneinstrahlung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Optimal für die Installation einer PV-Anlage sind eine Südausrichtung und eine Dachneigung von etwa 30 Grad. Neigungen außerhalb dieses Bereichs, sei es unter 25 oder über 60 Grad, können die Stromerzeugung der Solaranlage um bis zu zehn Prozent mindern.

Auch wenn nicht so hohe Erträge wie bei südlich ausgerichteten Flächen erzielt werden, erweisen sich heutzutage auch Anlagen auf Ost- und Westdächern als lohnenswert. Dies mag zwar nicht den maximal möglichen Ertrag über das Jahr bringen, ermöglicht aber eine breitere Verteilung der Stromerzeugung über den Tag von früh bis spät, was zu einer höheren Eigennutzung des erzeugten Stroms im Haushalt führen kann.

Wie groß sollte die Photovoltaik-Anlage sein?

Die elektrische Leistung einer Photovoltaik-Anlage wird in Kilowattpeak (kWp) gemessen, was die maximale Leistung der Solarmodule unter standardisierten Bedingungen darstellt und den Vergleich verschiedener Module ermöglicht.

Für die Installation von etwa 1 kWp Anlagenleistung werden ungefähr fünf bis sieben Quadratmeter Fläche benötigt. Doch der Stromertrag variiert abhängig von der Sonneneinstrahlung, den Jahreszeiten und Umwelteinflüssen wie Schatten, reflektiertem Licht und Verschmutzung der Module.

Eine zu kleine Dimensionierung der Anlage, die nur auf den Eigenverbrauch ausgelegt ist, ist oft nicht wirtschaftlich, da kleine Anlagen pro Kilowatt Leistung teurer sind als größere. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW sind größere Anlagen daher meist rentabler. Die begrenzenden Faktoren sind dabei die verfügbare Dachfläche und das Budget des Hausbesitzers. Fixkosten wie Einspeisetechnik oder Gerüst für den Aufbau erhöhen die Kosten pro Kilowatt-Peak bei kleinen Anlagen, da sie weitgehend unabhängig von deren Größe anfallen.

Unter welchen gesetzlichen Vorgaben muss ich meine Photovoltaik-Anlage betreiben?

Der Weg zur eigenen Solaranlage ist auch mit Formalitäten verbunden.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Der Installationsbetrieb meldet die Solaranlage als Errichter beim Stromnetzbetreiber an. Dieser ist auch der Ansprechpartner für den Anschluss der Anlage ans Stromnetz sowie für den Abnahmeprozess des Überschussstroms. Die Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde erfolgt gemäß den EEG-Vergütungssätzen. Gewisse Daten müssen einmalig und jährlich an den Netzbetreiber gemeldet werden. Obwohl die meisten Netzbetreiber einen Einspeisevertrag vorschlagen, ist dieser nach dem EEG nicht zwingend erforderlich und kann für Anlagenbetreiber nachteilig sein, insbesondere wenn er einseitige Haftungsbeschränkungen zugunsten des Netzbetreibers enthält.

Anmeldung im Marktstammdatenregister

Die Photovoltaikanlage und gegebenenfalls der Batteriespeicher müssen in das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Meldungen sind für die Inbetriebnahme, Stilllegung, technische Änderungen sowie Betreiberwechsel erforderlich. Diese Pflicht besteht auch für ältere Anlagen und erfordert eine Online-Meldung, die entweder vom Betreiber oder vom Installationsunternehmen durchgeführt werden kann.

Gewerbeanmeldung nicht erforderlich

Betreibt man eine Solarstromanlage als Privatperson auf dem Einfamilienhaus, muss dafür kein Gewerbe beim Ordnungsamt angemeldet werden, obwohl es gelegentlich anders behauptet wird. Der Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht gab bereits im Jahr 2010 eine eindeutige Empfehlung dazu ab.

Steuerliche Behandlung

Für kleine PV-Anlagen bis 30 kWp (gebäudeunabhängig ab 2025) sind Einnahmen aus dem Stromverkauf sowie der Wert des selbst genutzten Stroms steuerfrei. Zusätzlich gilt seit 2023 ein Nullsteuersatz (0 %) auf Kauf und Installation solcher Anlagen, wodurch die Bürokratie deutlich reduziert wird und die Investition einfacher und kostengünstiger wird.

FAQ zur Planung einer PV-Anlage

Für wen lohnt sich Photovoltaik nicht?

Eine PV-Anlage lohnt sich vor allem dann nicht, wenn dein Dach stark verschattet ist, die Ausrichtung ungünstig (Nordseite) oder die Dachfläche sehr klein ist. Auch bei sehr geringem Stromverbrauch kann sich die Investition weniger schnell amortisieren.

Wie hoch ist die KfW-Förderung für Photovoltaik?

Die KfW bietet zinsgünstige Kredite und teilweise Tilgungszuschüsse für PV-Anlagen und Stromspeicher. Die genaue Höhe hängt von Anlagengröße, Speicher und dem gewählten Programm ab. Prüfe vorab die aktuellen Konditionen auf der KfW-Webseite.

Welche PV-Module sind die besten?

Am effizientesten sind monokristalline Module, da sie den höchsten Wirkungsgrad haben. Die Wahl hängt aber auch von Budget, Platzangebot und optischen Vorlieben ab. Qualität erkennst du an Garantiezeiten und Herstellerstandards.

Wie oft sollte man PV-Module reinigen?

In der Regel genügt eine Reinigung ein- bis zweimal pro Jahr, vor allem bei viel Staub, Laub oder Vogelkot. Stark verschmutzte Module können den Ertrag spürbar reduzieren.

Soll man PV-Module von Schnee befreien?

Leichter Schnee schmilzt meist von selbst ab. Nur bei sehr starken Schneemengen oder wenn Schnee lange liegen bleibt, kann vorsichtiges Entfernen sinnvoll sein, um die Leistung zu sichern.

Wie müssen PV-Module montiert werden?

Module sollten stabil, witterungsbeständig und leicht geneigt montiert werden, um maximale Sonneneinstrahlung und Selbstreinigung durch Regen zu gewährleisten. Achte auf die Herstellerhinweise zur Unterkonstruktion.

Sind chinesische PV-Module gut?

Viele chinesische Hersteller liefern hochwertige Module, die technisch und preislich attraktiv sind. Achte aber auf Garantiebedingungen, Prüfzeichen und langjährige Erfahrung des Herstellers.

Kann man PV-Module auch senkrecht montieren?

Ja, senkrechte Montage ist möglich, z. B. an Fassaden oder Carports. Der Ertrag ist dann aber geringer als bei optimal ausgerichteten Dachanlagen, da weniger direkte Sonneneinstrahlung einfällt.